Canadian Coins - Kanadische Münzen - Kolonialmünzen
Französische Münzen / Kolonialprägungen in Kanada


  
  

  Französische Münzen in Kanada  



 Auswahl
     
Kupfermünzen
Billonmünzen
Silbermünzen
Goldmünzen
Werte und Münzzeichen

Kupfermünzen
 

    Unter der Leitung von Jacques Cartier (* 1491 in Saint-Malo (Frankreich) - † 1. September 1557) erkundeten die Franzosen zwischen 1534 und 1535 das Gebiet um den Sankt-Lorenz-Strom und nahmen das Gebiet für Frankreich in Besitz. Die im Jahre 1605 errichtete Siedlung "Port Royal" im heutigen Nova Scotia gilt als erste dauerhafte französische Siedlung. Im Jahre 1608 gründete Samuel de Champlain (*1567 in Brouage nahe Rochefort - † 25. Dezember 1635 Québec) die spätere Hauptstadt Quebec am St. Laurence River. Er wurde erster Gouverneur der Kolonie, führte mehrere Expeditionen an und beanspruchte Anfang des 17. Jahrhunderts viele Gebiete nördlich der britischen Kolonie "Neuengland" für Frankreich.
    In den frühen Jahren der Kolonien waren zunächst Biberfelle, Elchhäute und Weizen anerkannte Zahlungsmittel - zumal Neufrankreich nicht direkt der Krone unterstand, sondern einer Handelsgesellschaft, deren Hauptinteresse der Pelzhandel mit den Indianern war. Bis zum Jahre 1663 war es die "Compagnie de la France Nouvelle" und von 1664 bis 1674 die "Französische Westindien-Kompanie". Mit der wachsenden Entwicklung der Kolonien in Neufrankreich stieg auch der Bedarf und die Bedeutung von französische Münzen im Zahlungsverkehr. Der Transport über den Atlantik war allerdings mit hohen Risiken verbunden. Um die Versorgung mit neuen Münzen zu gewährleisten wurden die Münzen in den Kolonien höher bewertet, als die Stücke in Frankreich selbst. Dadurch war der Transport verlockend und viele Handelsschiffe konnten in New France attraktive Geschäfte aufgrund des vorteilhaften Wechselkurses tätigen.So wurden die Münzen im Jahre 1664 beispielsweise 1/8 höher bewertet. Von 1680 bis 1717 war der Kurs um 1/3 höher. Nach 1717 wurde die unterschiedlichen Wechselkurse abgeschafft und die Münzen wurden zu gleichen Werten wie im Heimatland gehandelt.Um 1650 fanden sich, durch illegalen Handel mit britischen und niederländischen Siedlern aus südlich gelegenen Gebieten, auch zunehmend spanische Silbermünzen im Geldumlauf. Aufgrund wechselnder Qualität dieser Münzen wurde 1681 erlassen, dass fremde Münzen gewogen werden müssen. Ab 1683 wurde ihr Wert jeweils individuell geschätzt. So wurden spanische 8 Reales Münzen bei vollem Gewicht mit dem Symbol einer Lilie gegengestempelt und besaßen damit den Wert von 4 Livres. Untergewichtige Münzen erhielten ebenfalls den Gegenstempel Lilie und zusätzlich den Stempel einer römischen Zahl von I bis IIII. Die leichtesten Stücke besaßen mit dieser Kennzeichnung den Wert von 3 Livres.Nach 1760 wurden französische Münzen zunehmend unbedeutender - lediglich die 1 und 1/2 Silber Ecu Münzen konnten sich im Zahlungsverkehr bis ins nächste Jahrhundert halten.

    Kupfermünzen

    Denier tournois
    Bis in die frühen 60er Jahre des 17. Jahrhunderts war der Denier mit eine der dominantesten Münzen in "New France". Geschäftstüchtige Händler importierten Deniers in großen Mengen um von anderen Kurs zu profitieren. Die Denier Münze war im Heimatland Frankreich 1 Denier Wert - der Wert in New France war allerdings der eines 2 Denier Stückes. Das Resultat war ein Überbestand durch den sich die Regierung in Quebec im Jahre 1664 gezwungen sah, den Denier aus dem Verkehr zu ziehen.

    Henri IV - Ausgaben 1589 - 1610
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    Louis XIII - Ausgaben 1610 - 1643

    Louis XIV - Ausgaben 1643 - 1715
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    Double tournois

    Diese Münze wurde im Jahre 1664 abgewertet - somit blieb ihr zwar die Entfernung aus dem Zahlungsverkehr erspart - aber der Wert betrug nur noch 1 Denier - von vormals 4 Deniers. Auch dies wird mit den sehr hohen Importzahlen begründet.

    Henri IV - Ausgaben 1589 - 1610
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    Louis XIII - Ausgaben 1610 - 1643

    Louis XIV - Ausgaben 1643 - 1715
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    Liard

    Louis XIV oder XV - Ausgaben 1643 - 1774 - 13 Typen
    Im Jahre 1664 blieb der Liard ebenfalls nicht von einer Abwertung verschont - von vormals 6 Deniers wurde der Wert nach 1664 auf 2 Deniers festgesetzt.


    1/2 Sol 1710 - 1712
    Bei der Ausgabe entsprach der Wert dieser Münze 6 Deniers. In den Jahren 1710 bis 1712 wurde dieses Nominal in Kupfer erstmals eingesetzt.


    1/2 Sol und 1 Sol 1719 - 1724
    Im Jahre 1720 wurden große Mengen der 1/2 Sol Münzen importiert. Neben den 1/2 Sol Münzen waren im Zahlungsverkehr auch die 1 Sol Prägungen in nennenswerten Mengen vertreten.


    9 Deniers 1721 - 1722

    Colonies Francoises
    Diese Münze stellt eine spezielle Kolonialausgabe dar. Sie wurde von einer privaten Handelsgesellschaft (Company of the Indies) importiert Jedoch gab es Schwierigkeiten, diese Münzen in Umlauf zu bringen. Im Jahre 1726 wurde ein Großteil dieser Münzen zurück nach Frankreich geschickt bzw. an andere französische Kolonien verteilt. Nur ca. 8000 dieser Münzen wurden in New France in Umlauf gebracht.

Billonmünzen
 

    Billonmünzen

    Douzain (Sol oder Sous) 1640

    mit Gegenstempel "Lilienblume"
    In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde aus dem Gros Tournois, einer Münze mit hohem Silberanteil, der Douzain. Dieser hatte nur einen niedriegen Silberanteil und zählt zur Gruppe der "Billion-Stücke", die aus einer Legierung von Silber und Kupfer bestanden ( ca. 25 % Silber & 75 % Kupfer ). Die Münze hatte einen Wert von 12 Deniers. Im Jahre 1640 rief die französische Regierung alle Douzain Münzen zurück und versah sie mit einem Gegenstempel. Damit wurde ihr Wert auf 15 Deniers erhöht. Diese Stücke werden auch "Sols Marques" genannt - abgeleitet von der Tatsache, dass die Münzen mit Gegenstempel versehen wurde. Der Gegenstempel zeigt eine stilisierte Lilienblume (Fleur-de-Lys ) in einem Oval mit "Perlkreis".

       


    Münzen des Jahrgangs 1641

    15 Deniers
    Ein Jahr nach dem "Sol Marque" erscheint mit neuem Design eine weitere Billion Münze. Ihr Wert wurde mit 15 Deniers angesetzt. Ihre Verbindung zu den Münzen des Vorjahres läßt sich leicht von der Motivgestaltung der Vorder- und Rückseite ableiten. Hier erscheinen im Motiv mehrere Nachbildungen der stilisierten Lilienblume des Gegenstempels von 1640.
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    Münzen des Jahrgangs 1658

    12 Deniers (20 Deniers)
    In Frankreich hatte der Douzain mit dem Jahrgang 1658 einen Wert von 12 Deniers. Als die Münze im Jahre 1662 erstmals in New France auftauchte betrug der Wert dort 20 Deniers.
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    Münzen der Jahre 1692 - 1698

    15 Deniers
    Mit diesen Ausgaben wird die Gruppe der Billion-Münzen erweitert - ihr Wert 15 Deniers. Ab 1692 bis Ende 1698 wurden neue Ausgaben der "Sols Marques" hergestellt. Zwar hatten diese Münzen ein neues Motiv/Design, jedoch wurden sie nicht auf neuen Rohlingen geprägt, es wurden hierzu alte Sol Münzen überprägt. So ist es bei diesen Stücken möglich, dass man u.U. noch Teile des alten Münzbildes erkennen kann.
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    Münzen der Jahre 1709 - 1713

    Mousquetaire 30 Deniers
    In den Jahren 1709 bis 1713 wurden in der Münzstätte Lyon speziell für den Kolonialexport 30 Deniers Münzen hergestellt. Die Münzen zeigen auf der Vorderseite das gekrönte doppelte L und auf der Rückseite ein Kreuz. Die Münzen wurden auch Mousquetaire genannt - diese Bezeichnung ist in dem Kreuz begründet, welches auf der Rückseite zu sehen ist. Es ist ein Symbol der königlichen Leibwächter - besser bekannt als die "Musketiere". Die Stempel für diese Prägung wurden von Norbert Roettiers geschnitten.


    Münzen der Jahre 1738 - 1764

    Sol (Sou)
    Die Sol bzw. Sou Stücke galten in New France, ebenso wie in Frankreich selbst, 12 Deniers.
    Die Sol und die unten aufgeführten Double Sol Stücke zählen zu den letzen Billion Prägungen, die in New France als Zahlungsmittel genutzt wurden.


    Münzen der Jahre 1738 - 1764

    Double Sol oder 2 Sous
    Diese Münze hatte einen Wert von 24 Deniers. Es wurden von diesem Münztyp große Mengen zeitgenössischer Fälschungen angefertigt. Obwohl dieser Münztyp bis zum Jahre 1664 hergestellt wurde, ist es unwahrscheinlich, dass Jährgänge nach 1760 in New France in Umlauf waren.


Silbermünzen
 

    Silbermünzen

    1/2 Ecu

    Louis XIV oder XV - Ausgaben 1645 - 1774
    Von dieser 1/2 Ecu Münze existieren über 40 Münztypen. In New France waren wahrscheinlich die Ausgaben von Louis XiV und XV am weitesten verbreitet. Dieser Münztyp wurde nicht speziell für den Import nach New France produziert, fand aber trotzdem im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts seinen Einzug.


    1 Ecu (60 Sols)
    Der Ecu war im Zahlungsverkehr in New France oftmals anzutreffen. Dieser Münzytyp wurde in ausreichenden Mengen importiert um als Kolonialmünze Beachtung zu finden. Ecu Münzen, welche zwischen 1640 und 1760 hergestellt wurden, fanden wahrscheinlich auch ihren Weg nach New France und waren dort in Umlauf. Auch dem Fall von New France blieb der Ecu noch einige Zeit ein anerkanntes Zahlungsmittel.

    Louis XIII Ausgaben 1641 - 1643

    Louis XIII oder XIV - Ausgaben 1643 - 1715
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    Louis XIV oder XV - Ausgaben 1715 - 1774
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    5 und 15 Sols 1670A
    Das Jahr 1670 bescherte den französischen Kolonien zwei spezielle Ausgaben. So wurden 5 und 15 Sol Münzen hergestellt, die nur für den Geldumlauf in den Kolonien bestimmt waren. In Frankreich selbst waren diese Münzen kein offizielles Zahlungsmittel und konnten somit auch nicht für den Warenhandel zwischen Frankreich und den Kolonien genutzt werden. Die Münzen waren in erster Linie wohl für die West Indischen Kolonien Frankreichs bestimmt. Die Behörden dort waren bestrebt ein Zahlungsmittel einzuführen, welches zur Entlohnung von Tagelöhnern und Handwerker bestimmt war. Trotzdem fanden diese Münzen in geringen Mengen auch Einzug in Französisch-Amerika - beliebt waren sie dort allerdings nicht, da wie o.a. mit diesen Münzen kein Handel mit dem französischen Festland möglich war.


    4 Sols 1674 - 1677
    Da sich die französische Regierung im späten 17. Jahrhundert in finanziellen Schwierigkeiten befand wurden bis ins frühe 18. Jahrhundert neben den .917er Silbermünzen auch Münzen mit einem geringeren Silberanteil hergestellt. Der Silberanteil bei diesen Stücken betrug nur noch ungefähr .800. Die Münzen mit geringerem Silberanteil wurden größtenteils nach New France exportiert. So gab es im Zeitraum 1691 bis 1700 eine weitere Ausgabe eine 4 Sol Stückes. Hierbei wurden die erstgenannten 4 Sols Münzen größtenteils mit dem neuen Motiv überprägt. Schliesslich kam zwischen 1702 und 1709 noch eine 5 Sol und eine 10 Sol Prägung hinzu, welche aber nahezu vom Gewicht identisch mit den 4 Sol Münzen war.


    20 Sols (1/6 Ecu) 1719-1720
    Die 20 Sols Silbermünzen zirkulierten in Quebec und Nova Scotia. Die Vorderseite zeigt eine Büste Ludwig XV. die Rückseite ein quadriertes Wappen Frankreich/Navarra zwischen Wert XX S (20 Sols). Diese 20 Sols Münzen sind die ersten von 3 französischen Münztypen die nach dem Fall von New France von britischen Behörden als Zahlungsmittel anerkannt wurden. Sie wurden seinerzeit als "French Ninepenny" bezeichnet.
    Gewicht: 4,079 Gramm - .917 Silber


    Livre d'argent fin 1720
    Diese reine Silbermünze (20 Sols) fand ihren Einzug in die Kolonien während der starken Inflation Anfang der 20er Jahre des 18. Jahrhunderts. 1722 wurden Mengen dieses Münztypes nach New France importiert. Der Livre fand nach dem Fall von New France als zweite von drei französischen Münztypen als "French Ninepenny" seitens der britischen Behörden Akzeptanz als Zahlungsmittel.


    20 Sols (1/6 Ecu) 1720-1723
    Für die Herstellung dieser Münzen wurden die 20 Sols Stücke aus den Jahren 1719 und 1720 (Navarra) genutzt. Diese Münzen wurden überprägt und so sind bei vielen dieser Prägungen noch Spuren der ursprünglichen Prägung zu erkennen. Zusammen mit den 2 zuvorgenannten Münztypen wurden diese Prägungen als "French Ninepenny" bezeichnet.
    Gewicht: 4,079 Gramm - .917 Silber


    Petit louis d'argent (1/3 Ecu)
    Der Petit louis d'argent fand im Jahre 1720 seinen Weg nach New France. Anfangs betrug sein Wert in New France 60 Sols - er wurde jedoch im Laufe der Zeit auf 40 Sols reduziert. Auf der Vorderseite ein belorbeertes, drapiertes, jugendliches Brustbild über Jahreszahl. Auf der Rückseite vier gekrönte Doppelinitialen ins Kreuz gestellt.
    Gewicht: 8,158 Gramm - .917 Silber - Durchmesser: 27 mm


Goldmünzen
 

    Goldmünzen

    Louis d´or 1640 - 1750
    Einige der Münztypen, die zwischen 1640 und 1750 produziert wurden, fanden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in New France im Geldumlauf wieder. Der Louis d´or war allerdings die einzige französische Goldmünze, die in relevanten Mengen in das Kolonialgebiet importiert wurden. Auch dem dem Fall von New France fand man diese Stücke noch einige Zeit im Zahlungsverkehr. Hauptsächlich waren es Goldmünzen mit dem Portrait von Louis XIV und XV. Der Wert der Louis d´or, bzw. der Münzen allgemein, variierte je nach Feingehalt, Feingewicht und aufgrund von Regierungsvorgaben und Inflation allerdings stark. So entsprach beispielsweise im Jahre 1680 ein Louis d´or einem Wert von 10 Livres - im Jahre 1720 lag der Wert bei 54 Livres.

    Louis d´or 1640 - 1715 Louis XIII

    Louis d´or ("mirlitons") 1723 - 1725 Louis XV

    Louis d´or ("lunettes") 1726 - 1739 Louis XV


Werte und Münzzeichen
 
      Werte und Münzzeichen  
    Werte :
    3 Deniers = 1 Liard
    4 Liards = 1 Sol
    20 Sols = 1 Livre
    6 Livres = 1 Ecu
    4 Ecus = 1 Louis d'or

    Münzzeichen, die auf Münzen zu finden waren, welche in New France in Umlauf waren :

    • A = Paris
    • B = Rouen
    • C = Caen
    • D = Lyon
    • E = Tours
    • G = Poitiers
    • H = La Rochelle
    • I = Limoges
    • K = Bordaux
    • L = Bayonne
    • M = Toulouse
    • N = Montpellier
    • O = Riom
    • P = Dijon
    • R = Perpignan
    • S = Reims
    • T = Nates
    • V = Troyes
    • W = Lille
    • X = Amiens
    • Y = Bourges
    • Z = Grenoble
    • 9 = Rennes
    • & = Aix
    • AA = Metz
    • BB = Strasbourg
    • )( = Besancon


Quellennachweis: Krause/Mishler "World Coins", Charlton Press "Canadian Coins", Kroha "Lexikon der Numsimatik", Bank of Canada.



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